Shockwave

Vollbild
Entwicklung:

Der NOVA-SHOCKWAVE wurde ursprünglich gebaut, um die Anforderungen des "Red-Bull Dolomitenmann" bestmöglich zu erfüllen. Der "Dolomitenmann" verlangt nach einem leichten Schirm mit guten Starteigenschaften. Vor allem aber ist eine sehr gute Gleitleistung bei möglichst hoher Geschwindigkeit gefragt.

Natürlich muss diese Leistung und Geschwindigkeit auch in der Praxis erflogen werden können. Der Schirm muss also auch in unruhigen Bedingungen beherrschbar bleiben.

Um diese Eigenschaften zu vereinen, genügte es nicht, einen bestehenden Schirm einfach zu verkleinern. Dem entsprechend ist der SHOCKWAVE eine eigenständige Konstruktion, die sich schon durch das verwendete Profil deutlich von den übrigen NOVA-Schirmen unterscheidet.

Eine Gemeinsamkeit mit anderen NOVA-Geräten der neuesten Generation ist aber das äußerst effiziente Aufhängungssystem. Der SHOCKWAVE findet mit drei Aufhängungsebenen und zwei Stammleinen pro Seite das Auslangen. Der geringe Leinenbedarf ist ein Schlüssel für die Gleitleistung bei hoher Geschwindigkeit.  Außerdem garantiert die gewählte Geometrie eine gleichmäßige Lastverteilung, um Dehnungen durch hohe G-Belastungen entgegen zu wirken.

Schon der erste Prototyp übertraf alle Erwartungen. Die Testpiloten sammelten damit weit über hundert Flüge in unterschiedlichsten Bedingungen. Die Leistung war dabei besser als ursprünglich angenommen. Vor allem überraschend war aber die Alltagstauglichkeit, die der SHOCKWAVE - für sehr gute Piloten - bietet.

Das Einsatzspektrum reichte von spektakulären Acroflügen, über Flüge in starker Thermik, bis zu Starkwindsoaring, als keiner der sonstigen Piloten mehr an das Fliegen dachte. Durch die sehr gute Gleitleistung und das damit verbundenen geringe Sinken bleibt der SHOCKWAVE aber auch bei vergleichsweise schwachen Bedingungen oben.

Die Summe dieser Erfahrungen führte letztlich dazu, den SHOCKWAVE nun in Serie anzubieten.

Es darf aber kein Zweifel daran bestehen, dass es sich hier um ein Gerät weit außerhalb des Gütesiegelbereichs handelt, und das nur von ausgesprochen guten Piloten, vor allem in Extremsituationen, beherrscht werden kann.


Vollbild

Erfahrungen:  

Kaum ein anderer NOVA-Prototyp wurde so ausführlich vor der Serienfertigung  erprobt, wie der SHOCKWAVE. NOVA-Testpilot Mario Eder führte die Ersterprobung durch und berichtete nach den anfänglichen Flügen von einer "Adrenalin Überdosis". Grund dafür ist neben der Geschwindigkeit auch das sehr sensible Handling:

Dem SHOCKWAVE-Piloten genügen kleinste Steuerinputs, um  sich scheinbar ohne Verzögerung in einer Steilkurve wieder zu finden. Nach kurzer Eingewöhnungszeit bietet dieses ungedämpfte Handling für sehr gute Piloten aber eine Menge Spass, wie er unter herkömmlichen Gleitschirmen nicht erlebbar ist.
 
Überraschend war für uns, wie einfach der SHOCKWAVE zu starten ist: Die Aufziehphase ist mit diesem Schirm deutlich kürzer, als mit gewöhnlichen Geräten. Selbst bei Rückenwind genügen wenige schnelle Schritte und die Kappe steht über dem Piloten. Das verwendete Profil zeichnet sich durch eine vergleichsweise geringe Minimalgeschwindigkeit aus, wodurch die Abhebegeschwindigkeit auch bei Rückenwind und flachem Startplatz problemlos erlaufen werden kann.

Der SHOCKWAVE wurde natürlich auch viele Stunden in der Thermik geflogen. Selbst in sehr sportlichen Bedingungen ist das Gerät dabei nie eingeklappt. Das verwendete Profil scheint also wie vorgesehen zu funktionieren, was dieses äußerst klappresistente Verhalten zur Folge hat. In starker Turbulenz passierte es aber einige Male, dass die Leinen kurz entspannten - der SHOCKWAVE flog, davon unbeeindruckt, weiter.

Provozierte Klapper öffnen sehr schnell, der 12m²-Schirm reagiert aber schon bei Trimspeed mit sehr weitem Vorschießen. Auch ein provozierter Vollgasklapper durfte in der Erprobung nicht fehlen: Der Schirm öffnete schnell, schoss aber unter dem Piloten durch. Scheinbar ohne Energieverlust flog der Pilot noch ein zweites Mal mit gestreckten Leinen über die Kappe. Ohne weiteren Piloteneingriff wäre der SHOCKWAVE wahrscheinlich in einem sauberen Tumbling geblieben.

In turbulenten Bedingungen ist immer mit einem Klapper zu rechnen, und der Pilot sollte sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren sein.

Vollbild

Toni Bender flog den Schirm viele Stunden in unterschiedlichen thermischen Bedingungen und konnte dabei mit den anderen Piloten beim Kurbeln mithalten. (Dazu sei angemerkt, dass Toni nicht nur ein begnadeter Pilot ist, sondern auch keine 60kg auf die Waage bringt.)  Trotz seiner Erfahrung erlebte er längere Thermikflüge mit dem SHOCKWAVE als äußerst fordernd. Als ambitionierter Fahrer schneller Motorräder vergleicht er den SHOCKWAVE mit einem Rennmotorrad: Man muss sich dabei seiner Eigenverantwortung in jedem Augenblick bewusst sein. Eine Unachtsamkeit, oder ein Hauch von Selbstüberschätzung kann da wie dort verheerende Folgen haben.

Der SHOCKWAVE war auch eine Woche lang an der Düne im Einsatz. Mit diesem Gerät ist der fliegbare Windbereich natürlich enorm erweitert: Dementsprechend fing der Spass für Pilot Christian Gruber mit dem SHOCKWAVE erst so richtig an, als die übrigen Piloten schon lange nicht mehr ans Fliegen dachten.

Für den Könner ermöglicht dieser Hochleistungs-Rennschirm bei bodennahem Soaren noch nie erlebte Dynamik: Der SHOCKWAVE speichert die Geschwindigkeitsenergie äußerst gut und kann so nach einem tiefen und schnellen Überflug wieder viel Höhe gewinnen. In Verbindung mit dem beinahe verzögerungsfreien Ansprechen auf Steuereingaben bietet der Schirm eine suchtgefährdende Überdosis an Dynamik und Agilität bei bestechender Leistung.

Christian Gruber hat über hundert Flüge mit diesem Gerät am Stück gesammelt und meinte nach einem Flug mit einem 16m² großen Acro-Schirm, dass ihn das Gefühl irgendwie an Solo Flüge mit dem Tandem erinnert hätte. Das Fluggefühl ist schwer zu beschreiben, aber diese Begebenheit soll verdeutlichen, dass der SHOCKWAVE wirklich eine andere Liga des Gleitschirmfliegens bietet und nach einigen Flügen die Empfindungen für Dynamik und Geschwindigkeit neu kalibriert.

Wir sind gespannt, wie der SHOCKWAVE von den Piloten aufgenommen wird, und ob dieses Konzept vielleicht sogar richtungsweisend für einen Bereich des Gleitschirmfliegens sein wird. Natürlich wird ein solches Gerät nie breitentauglich sein, aber neben unserer Konzentration auf den Gütesiegelmarkt war der Reiz groß, auch in diese extreme Richtung zu gehen, um für sehr gute Piloten vielleicht neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Wir denken dabei auch an die Verwendung als Bergschirm, denn der SHOCKWAVE ist auch für extreme alpine Unternehmungen klein und leicht genug. Wer in der Lage ist, diesen Schirm zu handeln, und auf ein adrenalingeladenes Flugerlebniss Wert legt, sollte den SHOCKWAVE auch für diese Verwendung in Betracht ziehen.

Wir möchten an dieser Stelle an die Vernunft und die Eigenverantwortung der Piloten appellieren, kritisch zu hinterfragen, ob sie diesem Gerät tatsächlich gewachsen sind. Alle SHOCKWAVE-Piloten sollten ebenso kritisch hinterfragen, ob sie bei turbulenten, starkwindigen Bedingungen tatsächlich in der Lage sind, diese zu handeln, oder ob in Wahrheit ihr aktueller Schirm diese Bedingungen für sie handelt.

Davon abgesehen wünschen wir euch ebenso viel adrenalingeladenen und süchtig machenden Spass, wie wir ihn mit dem SHOCKWAVE haben!

Vollbild
Technische Merkmale:

  • Im NOVA-SHOCKWAVE kommt ein speziell angepasstes S-Schlagprofil für eine äußerst stabile Kappe mit großer Resistenz gegen Klapper zum Einsatz. Dieses Konzept funktioniert nur durch die extrem hohe Flächenbelastung bzw. durch die damit verbundene große statische Steifigkeit der Profile.
  • Mit nur zwei Stammleinen pro Seite und nur drei Aufhängungsebenen hat der SHOCKWAVE ein extrem reduziertes Leinenkonzept, welches vor allem der Leistung im beschleunigten Gleiten zugute kommt.
  • Die gewählte Leinengeometrie garantiert außerdem eine homogene Belastungsverteilung über die gesamte Spannweite.
  • Die Konstruktion erlaubt eine sehr geringe Minimalgeschwindigkeit, wodurch vor allem Start und Landung verblüffend einfach werden. Natürlich bedeutet die geringe fliegbare Geschwindigkeit auch in der Thermik eine Erleichterung.

Grundrissgrafik