| 12.09.2011 Ibex 2 Doppelsieg beim Dolomitenmann Das Kühbodentörl: Übergabepunkt der Bergläufer an die Paragleiter, Foto: RedBullAm Samstag ging die 24. Auflage des RedBull Dolomitenmannes über die Bühne. Heuer waren nur zertifizierte Schirme erlaubt, um sowohl die Sicherheit, als auch die Chancengleichheit zu erhöhen. Der brandneue IBEX 2 konnte bei dieser ersten Bewährungsprobe mit einem Doppelsieg überzeugen: [weiter] |
|
|
![]()
LTF 1-2, 2, 2-3

![]() |
|
| Soaringspass mit dem Ibex | |
Der IBEX ist nicht so leicht zu kategorisieren, wie die anderen NOVA Schirme, die z.B. klar als Anfängergerät, oder als Streckenflugschirm für erfahrene Piloten einzuordnen sind. Der Einsatzbereich, wie auch die Anforderungen an den Piloten, sind beim IBEX, je nach Größe des Schirms und Gewicht des Piloten, sehr unterschiedlich.
Der IBEX wurde in der kleinsten Größe (15qm) als Bergsteigerschirm für erfahrene Piloten entwickelt. Ebenso interessant ist der Einsatz bei starkem Wind oder auch in thermischen Bedingungen. Ein so kleiner Schirm mit hoher Flächenbelastung erfordert aber ein gewisses Maß an Routine. Der kleine IBEX ist deutlich dynamischer als herkömmliche Gleitschirme, was einerseits z.b. kein grobmotorisches Fliegen zulässt, andererseits aber ein exakteres Fliegen ermöglicht.
Der große IBEX (19qm) ist dagegen für leichte FliegerInnen, die Wert auf kompakte Ausrüstung legen, absolut anfängertauglich. Je nach Schirmgröße und Pilotengewicht richtet sich der IBEX also einerseits an erfahrene Piloten, die einen kleinen und hoch belasteten Schirm fliegen wollen, und andererseits an weniger routinierte Gleitschirmflieger, die dennoch in den Genuss eines leichten und agilen Schirms kommen wollen.
Die mittlere Größe des IBEX (17qm) soll den Bereich dazwischen abdecken, wobei natürlich immer auch das Pilotengewicht einen entscheidenden Einfluss auf das Flugverhalten hat. Genauere Erklärungen folgen im Text weiter unten, sowie unter
Pilotenprofil.
![]() |
|
| mit dem Ibex über verschneiter Berglandschaft | |
Konzept, Idee und Entwicklung:
Die Entwicklung des IBEX begann gewissermaßen mit der Erkenntnis, dass der ROOKIE, auf dem der IBEX ja basiert, mit sehr hoher Flächenbelastung ausgezeichnet zurecht kommt, und auch sein großes Sicherheitspotential voll ausspielen kann. Dementsprechend wurde z.B. auch die Motorversion des ROOKIE XXS, (SPEEDMAX19) vom DULV bis 150kg zugelassen. Wir wollten also mit dem IBEX ein neues Konzept für Bergsteigerschirme verfolgen.
Anstatt bei einem Schirm in Normalgröße zu versuchen, möglichst leichte Materialien zu verwenden, um das Gewicht zu reduzieren, wollten wir herausfinden, „wie viel Schirm“ für den Einsatzbereich des Bergsteigerschirms überhaupt notwendig wäre. Uns schwebte ein Schirm mit weniger als 3kg vor, der aber durch robuste Bauweise voll alltagstauglich sein sollte. Bei der Materialwahl gingen wir dem entsprechend äußerst sorgfältig vor: Leichtes Tuch wurde nur dort verbaut, wo die Belastungen sehr klein sind, das heißt, am Untersegel, und an wenig beanspruchten Stellen des Schirminnenlebens.
Am gesamten Obersegel, sowie an den stark belasteten Rippen und Diagonalen kommt ein robustes 40g-Tuch zum Einsatz, welches bereits bei anderen Schirmen unserer Palette erfolgreich eingesetzt wird. Auch beim Tragegurt verzichteten wir auf eine extreme Leichtbaulösung zu Gunsten etwas schmälerer Standardtragegurte, um auch beim Starthandling keine Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. All dies macht den IBEX zu einem vollwertigen Schirm, mit dem man keine Einbußen in Punkto Langlebigkeit oder Robustheit erwarten muss, was ja nicht zuletzt bei einem Bergschirm auf steinigen Startplätzen ein großer Vorteil ist. Darüber hinaus zeigte sich, dass der IBEX auch abseits von Bergtouren viel Flugspass bietet.
![]() |
|
| Start mit dem Ibex15 | |
Unsere Erfahrungen mit dem kleinen Flügel:
Der erste IBEX Prototyp, mit 15qm, übertraf unsere Erwartungen bereits beim Starthandling: Die Aufziehphase mit dem kleinen Schirm ist deutlich kürzer, als mit einem ROOKIE in Normalgröße. Selbst bei Rückenwind genügen wenige Schritte, und der Schirm steht sauber über dem Piloten. Natürlich ist die Abhebegeschwindigkeit, gerade bei schweren Piloten, etwas größer, als bei einem ROOKIE mit gewöhnlicher Flächenbelastung. In Summe bleibt die Gesamtstartstrecke durch die verkürzte Aufziehphase aber ähnlich kurz, wie mit einem Schirm in gewohnter Größe.
Ist der Wind etwas stärker oder böig, ist man mit dem kleinen IBEX klar im Vorteil: Wo man mit einem größeren Schirm Gefahr läuft, ausgehebelt zu werden, handelt sich der IBEX noch sehr entspannt. (weiterführende Information zum Startverhalten mit kleinen Schirmen unter "häufig gestellte Fragen"). Der Vorteil bei stärkerem Wind setzt sich natürlich auch im Flug fort. Bei 100kg Gesamtgewicht fliegt der IBEX15 im Trimm etwa 10km/h schneller, als ein gleich beladener ROOKIE M. Voll beschleunigt ist der Unterschied sogar noch größer.
Unsere IBEX-Prototypen waren daher auch beim Soaren im Einsatz, als der Wind für normale Schirme schon etwas zu stark war. Das Minimalsinken ist übrigens nur um etwa ein Drittel größer, als das eines ROOKIE M mit gleichem Pilotengewicht. Dem entsprechend kann man, vor allem nach etwas Eingewöhnungszeit, auch schwächere Thermik nutzen. Das Einsatzspektrum des Schirms ist also sehr groß. Der Spaß, den der IBEX seinem Piloten dabei liefert, ist noch größer. Die Verbindung aus dem äußerst direkten und dynamischen Ansprechen auf Steuerinputs, und der dämpfenden- und fehlerverzeihenden Grundcharaktersitik des Rookie-Konzepts, bietet Flugspass, wie er unter Schirmen gewöhnlicher Größe nicht erlebbar ist.
Der IBEX wäre kein NOVA-Schirm, wenn er nicht auch durch seine Leistung bestechen würde. Trotz der kleinen Größe verliert der IBEX15 nur etwa einen Gleitpunkt auf den ROOKIE M. Fliegt man im Sinken, oder gegen den Wind, ergeben sich für den kleinen Schirm durch die höhere Geschwindigkeit sogar Vorteile im Gleiten. Die Schilderungen beziehen sich auf den IBEX15 mit einem Fluggewicht von 90-100kg. Wer mit dem selben Gewicht einen IBEX19 fliegt, ist natürlich in jeder Hinsicht deutlich näher an einem „normal“ großen Schirm. (mehr zu den unterschiedlichen Größen weiter unten)
![]() |
|
| Wintersoaring mit hohen Kurven | |
Besonders bei der Sicherheit ist es wichtig, zwischen den unterschiedlichen Größen und Flächenbelastungen zu unterscheiden. Der mit dem IBEX19 baugleiche ROOKIE XXS ist z.B. bis 85kg mit 1-2 eingestuft und zur Schulung zugelassen. Leicht gebaute Schirme sind tendenziell noch etwas gutmütiger im Extremflugverhalten. Dementsprechend groß sind die passiven Sicherheitsreserven mit dem IBEX19, wobei auch mit über 85kg mit keinerlei Überraschungen zu rechnen ist. Wer hingegen den IBEX15 auch in turbulenter Luft fliegen will, sollte das aktive Fliegen wirklich verinnerlicht haben und auch bereits Erfahrungen mit Kappenstörungen auf anderen Geräten gesammelt haben.
Der IBEX15 wurde vom DHV bis 95kg mit 2-3 eingestuft. Diese Bewertung ist unserer Erfahrung nach aus folgenden Gründen nicht mit anderen 2-3ern, z.B. mit unserem TYCOON, zu vergleichen:Zwar dreht der IBEX15 mit hoher Flächenbelastung ohne Piloteneingriff schnell weg und schießt weit nach vorne. Der Pilot hat aber auf der offenen Seite einen sehr großen Steuerweg zur Verfügung und kann den IBEX auch problemlos in die Gegenrichtung drehen, ohne in die Nähe des Strömungsabrisses zu gelangen. Dies gilt überhaupt für den einseitigen Strömungsabriss, der beim IBEX mit 2-3 bewertet wurde:
Es ist, im Gegensatz zu gewöhnlichen 2-3ern, kaum möglich, den IBEX15 unabsichtlich abzureißen, weil er durch die große Dynamik viel eher in eine steile Kurve übergeht. Darüber hinaus wird ein hoch belasteter IBEX, der aktiv geflogen wird, kaum einklappen. Dennoch ist natürlich in turbulenter Luft generell mit Kappenstörungen zu rechnen, und ein hoch belasteter IBEX15 verlangt, wie bereits erwähnt, einen Piloten, der in der Lage ist, adäquat darauf zu reagieren.
![]() |
|
| Ein Herbstflug | |
Ursprünglich hatten wir beim IBEX nur an eine Verwendung als Bergschirm gedacht. Es hat sich aber herausgestellt, dass viele Piloten gar nicht primär am minimalen Gewicht und Packmaß interessiert sind, sondern den IBEX wegen seiner höheren Geschwindigkeit und Agilität, oder weniger auf Fakten bezogen, einfach wegen dem größeren Flugspaß schätzen. Deshalb bieten wir den IBEX in sämtlichen Größen auch im Materialmix des ROOKIE zum selben Preis an. Jedoch (zumindest vorerst) ohne Gütesiegel, da sich Kosten und Aufwand für die Zertifizierung für wenige verkaufte Schirme nicht lohnen.
Es ist schwierig, absolute Ratschläge bezüglich der richtigen Größe zu geben. Auch, weil sich gezeigt hat, dass verschiedene Piloten mit ähnlicher Flugerfahrung z.B. ganz unterschiedlich mit dem IBEX15 zurecht kommen. Manchen liegt die äußerst direkte und vergleichsweise schwach gedämpfte Reaktion auf Steuerinputs. Andere fühlen sich unter den Größen 17 oder 19 wohler. In diesem Zusammenhang sollte auch der Einfluss des Gurtzeuges erwähnt werden. Ein Gurtzeug mit niedriger Aufhängung macht den Schirm deutlich agiler, während ein Bergsteigergurtzeug ohne Sitzbrett eher dämpfend wirkt. Verallgemeinernd lässt sich sagen, dass der IBEX15, vor allem in der Nähe der oberen Gewichtsgrenze, nach einem routinierten Piloten verlangt.
Der 15er macht auch nur für jene Piloten Sinn, die Freude an einem überaus agilen Schirm haben, und kein Gerät suchen, um damit nach einer Bergtour möglichst gemütlich und mit flachen Kurven nach unten zu gleiten. Mit einem hoch belasteten IBEX15 drängt es sich gewissermaßen auf, die Höhe etwas schneller, z.b. mit Wingovers, zu überwinden. Wer keinen Gefallen daran finden kann, den Schirm hin und wieder etwas dynamischer zu bewegen, sollte die größeren Varianten des IBEX ins Auge fassen.
Auch der IBEX17 ist hoch belastet nicht für Piloten mit wenig Erfahrung zu empfehlen. Ein Entscheidungskriterium ist natürlich auch der Einsatzbereich:Wer den IBEX nicht als Zweitschirm kauft, dem würden wir auch eher zum 17er oder zum 19er raten. Einfach, weil man mit diesen Schirmen auch bei schwachen Bedingungen gut mit Normal-Schirmen mithalten kann. Am besten ist ein Probeflug, um sich über die richtige Größe klar zu werden. Wer mit dem 15er liebäugelt, sollte durchaus auch zwei bis drei Flüge einplanen, um sich an die Dynamik zu gewöhnen, die den 15er doch deutlich von gewöhnlichen Gleitschirmen unterscheidet.
Pilotenprofil
weiterführende Informationen zu den
Pilotenanforderungen
LTF/EN Testberichte
Grundrissgrafik









